Chronik

Eine kleine Chronik!

Von der "15-Mann-Riege" zum Großverein Genaugenommen wurde unser Verein am 26. Januar 1959, damals noch als "jahnschar Mudersbach", im Gasthaus "Zur Linde" gegründet. Eigentlich war es eine Jugendgruppe, eine Volkstanzgruppe, die mehr als nur tanzen, die ganz einfach auch Sport treiben wollte. So versuchten 15 meist jugendliche Turnerinnen und Turner, erst einmal "richtiger Turnverein" zu werden. Josef Schönauer, als Ältester, übernahm den Vorsitz.

Da es zunächst an erwachsenen "beziehungsreichen" Vorstandsmitgliedern mangelte, wurde wenig später Peter Staudt, 1. Vors. des Turngaus aus Westerburg, zum 1.Vorsitzenden gewählt. Peter Staudt und Fritz Weitershaus aus Daaden waren für uns in den ersten Wochen und Monaten eine wesentliche Hilfe. Dank ihrer Unterstützung konnten wir bald die Anerkennung durch den Deutschen Turnerbund und den Sportbund Rheinland erreichen und waren damit richtiger "Turnverein".

Aber aller Anfang ist schwer. Mit Genehmigung des damaligen Bürgermeisters Frye durften wir auf dem alten Schulplatz am heutigen Gemeindebüro eine Sprunggrube ausheben und hatten damit zunächst einmal eine Übungsmöglichkeit. Hier trainierten unsere Leichtathleten und konnten bald beachtliche Erfolge erzielen. Einige Zeit später verlegten wir unser Training in den Bereich der "Bachwiesen" und den Bürgerplatz. Hier konnten wir sogar eine Laufstrecke herrichten, ja wenn nur nicht das Hochwasser gewesen wäre. Unsere Sprunggrube versank in den Fluten und übrig blieb klebriger Schlamm. So hoben wir mit Zustimmung des Bürgervereins im Bereich der heute auf dem Bürgerplatz stehenden Glascontainer eine neue Sprunggrube aus. Nachdem aber ein dort gastierender Zirkus seinen Tierwagen direkt über der Grube abgestellt hatte, wollte diese niemand mehr benutzen. Der dritte Versuch, eine Sprunggrube auszuheben, fand dann auf den Wiesen im Bereich der heutigen Fa. Noppe statt. Hier konnten unsere Athleten einige Zeit ungestört trainieren. Die Turner besuchten die Trainingsstunden des TV Niederschelden und belegten einen Abend in der Halle des TV Jahn Brachbach. Doch alles war und blieb immer wieder nur ein Provisorium.

So waren in dieser Zeit auch keine berauschenden Mitgliederzugänge zu verzeichnen, Hauptsache: unsere Arbeit war erfolgreich. Auf zahlreichen Wettkämpfen konnten unsere Athleten beachtenswerte Erfolge erreichen. 1960, anlässlich des Landesturnfestes in Koblenz, meldeten wir uns während der Wettkämpfe mit einer Medizinballgymnastik zum "Deutschen Vereinsturnen". Selbst die Bälle mussten wir uns bei Freunden leihen. Um so größer war die Freude, unsere Gymnastik im Rahmen des Festnachmittags vor großer Kulisse wiederholen zu können. Der Lohn: eine Aufnahme unserer Turnfestgymnastik schmückte die Titelseite des Verbandsblattes des DTB >Deutsches Turnen<.

Unsere Arbeit fand die Zustimmung des damaligen Pfarrers Hecker. Er bot uns die nicht belegten Abende im damaligen Jugendheim an und bald entstand eine "Mini-Turnhalle". Barren, Turngeräte, eine Sprossenwand wurden beschafft, nahezu täglich bevölkerten vor allem Kindergruppen unsere neue "Turnhalle".

Nach einstimmigem Versammlungsbeschluss und Unterstützung durch Pfarrer Hecker schloss sich unser Verein am 07. September 1962 der Deutschen Jugendkraft an. Dabei hatte der Verein schon lange mit dem Anschluss an die DJK sympathisiert, letztlich war es aber der Übungsraum des Pfarrheims, der den Verein zum Beitritt bewog. 1963 übernahm Eberhard Mockenhaupt den Vorsitz des Vereins. Im gleichen Jahr übernahmen wir die Ausrichtung des Pfingstzeltlagers des Turngaues. Vier Tage lang herrschte in den Wiesen an der heutigen Grillhütte ein frohes Zeltfest, bei dem auch sportliche und musische Wettkämpfe nicht zu kurz kamen. Von nun an ging es auch mit der Mitgliederentwicklung aufwärts. Hatte der Verein 1964 noch 83 Mitglieder, waren 1965 schon 145 Mitglieder zubetreuen. Ein besonderes Informationsglied im Verein war unsere Vereinszeitung "Der Mudersbacher Turner". Im Rahmen eines vom Sportbund ausgeschriebenen Wettbewerbes konnten wir mit den von Hildegard Kipping gestalteten Zeitungen einen 1.Platz belegen und als Lohn die Prämie von 500 DM in Empfang nehmen. Heute wird diese Zeitung mit gleicher Qualität, aber neuem Erscheinungsbild unter dem Namen "Bewegung" fortgeführt.

Die 1966 errichtete neue Schulturnhalle bot uns natürlich erst die Möglichkeit eines Übungsbetriebes, von der wir lange geträumt hatten. In dieser Übungsstätte konnten wir unser Angebot an sportlicher Betätigung erheblich ausweiten, so wurden in der Folge die Volleyball- und eine Badminton-Abteilung gegründet. Mit dem 1975 erfolgten Anbau eines Lehrschwimmbeckens konnte sogar unsere Schwimmabteilung vor Ort trainieren und war nicht mehr auf den Besuch auswärtiger Hallenbäder angewiesen. Schade, dass dieses Bad vor einiger Zeit aus finanziellen Gründen geschlossen wurde.

Nicht zu vergessen ist der Neubau des Sportplatzes mit seinen noch heute gepflegten Aschenbahnen. Gerade für die Leichtathleten ist diese Übungsstätte von besonderer Bedeutung.

1966 übergab Eberhard Mockenhaupt die Aufgaben des Vorsitzenden an Franz Otto Zöller. Er führte mit viel Umsicht und Erfolg den Verein bis 1973 und übergab dann die Leitung wieder an Josef Schönauer. Josef leitete unseren Verein mit viel persönlichem Einsatz und konnte sogar die Errichtung einer Ski-Hütte einleiten. 1984 übernahm dann Gerd Kölzer die Leitung des Vereins und führte ihn bis ins Jahr 2001.

1984 übernahmen wir erstmals mit dem Gauturnfest eine größere Veranstaltung. Doch auch diese Herausforderung mit einem ausgedehnten Wettkampfprogramm, bei dem uns der "TuS Germania" seine Halle zur Verfügung stellte, bestanden wir glänzend. So war es fast eine Selbstverständlichkeit, dass man uns auch die Ausrichtung des Gauturnfestes im Jahre 1991 übertrug.

Im Jahre 1985 wurde unsere Ski-Hütte im Bereich eines vom Hauberg angepachteten Geländes errichtet. Diese kleine Vereinshütte mit Unterstellmöglichkeit für unseren Skibob ist seitdem aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Hütte wurde ein ca. 220m langer Skihang mit einem kleinen Schlepplift hergerichtet. Dieser Hang bietet, vor allem durch die hervorragende Hege und Pflege der Familie Stettner, unseren Kindern bei guter Schneelage in Ortsnähe ausgezeichnete Übungsmöglichkeiten. Auch deshalb gelang es schon einigen unserer Skiathleten auch bis auf Bezirksebene sehr gute Plätze zu belegen.

Nicht zu vergessen ist die Teilnahme unserer Läufer am Ausdauer-Cup. Im Rahmen dieser Laufwettbewerbe waren wir zunächst mit dem Giebelwaldhöhenlauf vertreten. Dieser Lauf über 10Km und 200 Höhenmeter war allerdings sehr anstrengend, so dass wir seit 1992 an der Cup-Serie mit unserem Straßenlauf teilnehmen. Seit 2001 musste die Strecke, wegen Schwierigkeiten bei der Sperrung der Bundesstraße, innerhalb des Ortes auf die Straßen: Mommstr., Steinstr. und Barbarastr. verlegt werden. Aber auch unsere "neue Strecke" findet die Zustimmung der Läufer. Als Teilnehmer kann man nur ins schwärmen geraden, wegen der Begeisterung der Mudersbacher. Vor allem aber, wenn Senior Erich Röcher mit über 70 Jahren seine Runden läuft, kennt der Fan-Club keine Grenzen und der Beifall der Zuschauer ist ihm immer sicher. 1995 übernahmen wir die Ausrichtung der DJK-Bundesmeisterschaften im Turnen. Vier Tage lang waren alle Hallen in Mudersbach, Brachbach bis hin zur Rundturnhalle in Niederschelden belegt. Unsere Gäste wohnten derweil in unserer Hauptschule und fühlten sich gut betreut. Die Wettkämpfe wie auch die Ausrichtung waren für uns ein voller Erfolg. 1999 wurde in großer Eigenleistung unser Sportstudio im Gewerbepark Meteor eingeweiht. Hier können alle Mitglieder zu günstigen Konditionen trainieren, aber auch "Nicht-DJKler" können sich hier anmelden und ihre Körper an den Geräten stählen.

10 Abteilungen beherbergt unser Verein im Jahr 2001, wobei sich alleine die Abteilung "Turnen" in 7 Unterabteilungen gliedert. Jüngstes Mitglied in dieser Riege ist die Abteilung Inliner mit bis zu 50 Aktiven.

Was aber wäre der Verein ohne sein geselliges Leben. Dazu gehört auch, dass wir seit der Übernahme eines Standes von Gustav Dücker mit einem heute festen Bierstand immer auf der Kirmes präsent sind, einem Bauwerk ( im Jahr 2001 generalüberholt), dass sogar einem Fronleichnamsaltar dienlich ist. Alljährlich finden zahlreiche Veranstaltungen den Zuspruch vieler Mitglieder. War es früher einmal der "Tanz in den Mai", der viele Teilnehmer anzog: heute sind die Formen anders, die Zeiten und damit auch die Bedürfnisse der Besucher haben sich geändert.

Diese Erfolge sind aber nicht zuletzt das Ergebnis guter Arbeit der Vorstände, Mitglieder, Freunde und all der vielen ehrenamtlichen Helfer. Ab dem Jahr 2002 wird ein neues "Führungsteam" an der Spitze der DJK Mudersbach genauso oder so ähnlich weiter arbeiten. Dabei ist eine gutnachbarschaftliche Zusammenarbeit mit dem "TuS Germania" wie auch mit den anderen örtlichen Vereinen längst eine Selbstverständlichkeit geworden. Gerade im Gedenken der Ereignisse des Septembers 2001 und den folgenden Monaten, ist es auch eine Notwendigkeit, dass die Vereine und damit die Menschen in Mudersbach zusammenwachsen. Ihnen allen sei aufrichtig "danke" gesagt.

Karl Zimmermann / ergänzt durch Volker Schütz

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